Innenansichten einer Zellgruppe

Eine Zellgruppe ist eine Gruppe von Menschen, die sich außerhalb von Gottesdiensten zusammensetzt, um über Gott und die Welt zu reden. Dieses simple Prinzip lässt sich auch
für die Mädelszellgruppe Zentrum Mitte anwenden. Meist sind wir um die acht Frauen, die sich jeden Dienstagabend treffen.

Wie man mit Jesus lebt erfährt man sicherlich in Predigten und wenn man die Bibel liest. Aber wenn wir uns dienstags zusammensetzen, erleben wir, was das Gehörte und Gelesene für unser Leben bedeutet. Man kennt Menschen, die die ganze Welt umreist haben, um das Evangelium den Menschen näher zu bringen. Man hört von den größten Wundern und ist beeindruckt davon, wie fantastisch und wie mächtig Gott ist. Bei so erschreckend viel Alltag vergisst man jedoch gern einmal, dass Gott alles möglich ist und dass er über den Situationen, die uns belasten, steht.

An einem Dienstagabend in der Zellgruppe anzukommen heißt anzuhalten. Es heißt sich aufzuraffen aus dem Alltag und aus all dem was einem im Nacken sitzt. Es heißt auch die Disziplin und den Mut aufzubringen, Gott im Alltag zu suchen. Es gibt einen Vers, der uns in den letzten Wochen begleitet hat: Epheser 1, 15 – 19. Darin steht genau das, was einen die nächsten Tage über die Runden bringen wird: Es geht darum Gott zu erkennen in allen Dingen, mit seiner Hilfe, durch den Heiligen Geist und durch Jesus. Es geht auch darum, Gott noch vor den Sorgen zu sehen und auf die Hoffnung zu setzen. In die Zellgruppe zu gehen bedeutet eine ganze Menge emotionalen Ballast mit einzuschleusen. Die Sorgen behandeln selten Probleme wie Krieg, Verfolgung oder unheilbare Krankheiten – wir sind nicht die Weltretter von morgen.

Wir sind ganz normale Menschen mit Luxusproblemen, die wir lernen an Gott abzugeben. Denn – und das haben wir so oft bei uns in der Zellgruppe erlebt (ich möchte in diesem Teil des Textes von einer außergewöhnlich hohen Gebetserhörung-Erfolgsquote prahlen) – hier erfahren wir Gott. Einen so großen Gott, der sich nicht zu schade ist, selbst bei den kleinsten Problemen einzugreifen und zu zeigen, dass er Vater ist. Er ist da, wenn es Schreibblockaden oder mal wieder Ärger mit ProfessorInnen gibt. In der Zellgruppe fangen wir an füreinander zu beten und auch einmal die eigenen Probleme zu vergessen, um dann festzustellen, dass man trotzdem nicht zu kurz kommt. Wir lernen Gott auch außerhalb von Sonntagen zu sehen, in all den Dingen, die uns durch den Alltag begleiten. Und wo, wenn nicht in der Zellgruppe, sollen wir davon erzählen? Wir wollen Jesus ähnlich werden und Menschen – die uns so richtig nerven – wollen wir lieben lernen. Doch alleine geht das schlecht, aber an Dienstagen sitzen dort meist acht andere Erfahrungspoole, die schon ein gutes Stück mit Gott gegangen sind. Die Erfahrungshalbzeiten schwanken bei uns im Übrigen zwischen 17 und 26 Jahre alten Frauen – ein guter Durchschnitt, um voneinander zu lernen.
Zellgruppe Mädels Mitte