Antisemitismus, Antizionismus - alter Hass in neuer Verpackung

Vortragsabend mit Ulrich W. Sahm am 08.11.2019 19:00 Uhr

Antisemitismus, antijüdische Ressentiments und Klischees nehmen in Deutschland, Europa und darüber hinaus in erschreckendem Maße wieder zu. Aktuelle Untersuchungen und Befragungen bestätigen diese besorgniserregende Entwicklung. Sie belegen, dass es sich nicht um gesellschaftliche Randerscheinungen handelt, sondern diese in der „Mitte der Gesellschaft“ angekommen sind. Ebenso ist ein Anstieg antisemitisch motivierter Straftaten zu verzeichnen. Da werden immer wieder jüdische Friedhöfe geschändet. Es werden Juden angepöbelt, bespuckt, geschlagen oder gar ermordet, nur weil sie Juden sind. Insbesondere in Ländern wie Frankreich mit einer wachsenden Zahl von muslimischen Einwanderern, die zum Teil von Kindesbeinen an zum Hass gegen Juden und Israel erzogen wurden, entschließen sich immer mehr jüdische Bürger, nach Israel auszuwandern. Leider tragen auch die Medien durch ihre unsachgemäße, ja sogar falsche Berichterstattung über Israel und den Nahostkonflikt zu dieser Entwicklung bei. Durch Verfälschung der Geschichte, verzerrte Darstellung von Ereignissen und das Messen mit zweierlei Maß werden Vorurteile gegen Juden und Israel nicht entkräftet, sondern noch verstärkt. NGOs, ja selbst Institutionen wie UNO und UNESCO sind zum Sprachrohr antiisraelischer Verlautbarungen oder Aktionen geworden. Israelfeindlichkeit und Antisemitismus sind in großer Breite und Vielschichtigkeit zu finden. Umso aktueller und näher gerückt ist das Thema dieses Abends, zu dem wir lieber nicht einladen würden, wenn wir nicht müssten. Denn zu schweigen hieße, sich mitschuldig zu machen und aus der Geschichte nichts gelernt zu haben.

Ulrich W. Sahm, 1950 in Bonn als Sohn eines deutschen Diplomaten geboren. Aufgewachsen in London, Paris, Bonn, Heppenheim (1968 Abitur an der Odenwaldschule), Moskau und Ankara. Studium der evangelischen Theologie, Judaistik und Linguistik in Bonn, Köln und an der kirchlichen Hochschule in Wuppertal. Ab 1970 Studium der Hebräischen Literatur an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Seit 1975 als aktiver Nahost-Korrespondent mit Sitz in Jerusalem, arbeitet er für deutschsprachige Medien.